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Werke auf Papier
Werke auf Leinwand
 

Der Maler ist 1938 in der Stadt Taganrog, UdSSR, geboren. 1967 absolvierte er das Moskauer W.I.Surikow-Kunstinstitut. Seit 1969 ist er das Mitglied des Malerverbandes der UdSSR.

Die Arbeiten befinden sich in Museen von Russland und in privaten Sammlungen in Moskau, England, Frankreich, Schweiz, Niederlande, Kanada, BRD, USA, Italien, Libanon, Türkei, Japan und der Tschechoslowakei.

Der Maler wohnt und arbeitet in Moskau.

Die Kunst von Valery Svetliski lässt sich schwer einer bestimmten Richtung zuschreiben. Zweifelsohne ist ihm der abstrakte Expressionismus sehr vertraut. Seine russische Tradition zeigt sich beispielsweise in Werken über Sergej Poljakow, Nikol de Stahl und Marko Rotko. Die Arbeiten von V. Svetlitski zeigen und erlauben eine Tiefe, nahezu eine Meditation. Dies wird insbesondere durch den mit des Malers schaffendem "Ritus" und Charakter stimuliert, die den Pinsel des Malers über die Leinwand streifen lassen. Jeder Pinselstrich seiner Malerei zieht sich wie eine Spur der Autorenseele, ein Zeugnis der Gedankengänge und Gefühlsbewegungen - eine Art Emotionstopographie. Der Maler beschäftigt sich mit Gegenständen oder Bruchstücken daraus und nicht mit Fragmenten der vergegenständlichen Ideen. Verborgene Verbindungen - ja "Spannungsfelder", - die sich zwischen ihnen bilden, überwältigen ihn.

Die künstlerische Realität von V. Svetlitski, das Phänomen seines Suchens sind für ihn keine Welt der Bewältigung von Materialität sondern des Bewusstseins selbst, quasi dessen Vibration. Der Maler schafft eine poetische Mythologie der Seelenbewegungen, plastische und Farbenlyrik des "rieselnden" Bewusstseins, dessen Ideen und Einsichten. Seine Wurzeln sind tief und weit von Konjunkturauffassungen entfernt. Er geht nicht in einen Dialog. Diese Position eines Reisenden durch die Zeit, möglicherweise auf der Suche nach den Kennzeichen der vergangenen Zeit, deren Zusammenwachsen, Zusammenklebens mit der heutigen Zeit. Auf der Suche nach der Möglichkeit eines Zusammentreffens russischen Avantgardismus und "neuer germanischer Wilder" - wo die Kunst ihre Aktualität für die Interpretation eben nicht durch Zitate des Weltkulturerbes verliert.

Die Malerei von V. Svetlitski ist eine "Erinnerung an die Zukunft", die die Bedeutung nicht erklärt sondern zerstreut, eine Durchleuchtung von Zeit- und Raumlabyrinthen. Wogen von dickem Rot, Blau und Grün, Eintauchen in die Unendlichkeit sind seiner Malerei eigen. In dieser malerischen Spannung sieht man dennoch eine zerbrechliche lineare Ordnung - teilweise Zeichen einer Hand eines Waisen oder auch eines Kindes, die wie aus einem alten Manuskript hervortreten: Stelldichein und Trennung Verliebter, Kinder und Tiere, Mutter und Kind als ein beseeltes Ganzes. Der kristallisierte Raum, zauberhafte Dreiecke, die an die Buntglasfenster des alten Europas oder an die Fragmente der russischen Ikonen erinnern - ein ständiger Hintergrund der Kompositionen des Malers. Jede Arbeit des Malers ist eine vollkommene Synthese freier Abstraktheit und mit Lebenswärme gefüllte Gedankenverkettungen, ein gesondertes Raumfeld, wo beispielsweise die spanische Corrida, das deutsche traditionelle Fest und das russische Dorf auf natürliche Weise verbunden werden und zusammenleben. Vielfarbige Dreieckskompositionen des Künstlers berühren einander mit einer zarten, sanften aber auch beharrlichen Spannung - so als ob sie Lichttragende, harmonievolle Welten unter anderen Welten wären - fast wie das endlose All.

Diese Malerei ist ein inhaltsvoller und einheitlicher Raum mit einer höchstmöglichen Zahl von Ereignissen, konzentriert auf einer Minimalfläche. Es geschieht etwas auf den Bildern von V. Svetlitski - endlos und ununterbrochen. Ohne Zweifel ist der Maler dabei vertieft in sich selbst. Er wendet sich an das Unterbewusstsein mit einem Lächeln des weisen Freundes - fast so, als ob er eine psychoanalytische Sitzung unter Begleitung der Musik Mozarts durchführt. In seine plastischen Improvisationen flicht sich Mozarts Menuette dadurch ein, dass er Raum und Zeit näher bringt und in das beunruhigte erwachsene Bewusstsein nahezu leise und sanft die Ruhe eines unvergessenen Märchens einfließen lässt.

Svetlitski lässt sich nicht dem Diktat der Natur unterordnen - seine Leinwand füllt er mit einem Spiel von Formen, malerischen Reliefs, Linien, Flecken, Schatten und Lichtstellen, die sich berühren, Kontrast geben, aufeinander stoßen oder auseinander laufen. Manchmal schließt er Texte als ein neues visuelles Gewebe ein - wo Zeichen Signale sind, die ein sonderbares zweites Leben bekommen und gleichzeitig die Leinwandfläche komplizierter / komplexer werden lassen. Sie verlängern ihre Nachwirkung im Bewusstsein des Zuschauers, erzeugen Bündel von Bedeutungen und Resonanzen, verweisen auf andere Zeichen und Gestalten, die die Grenzen des konkreten Gemäldes weit überschreiten. Diese Taktik liegt ganz im System der postmodernen Kultur mit Melodien-Zitaten von tönenden Texten - Texte ohne Anfang, Ende, Zentrum und Grenzen.

Die Bedeutungen werden von Svetlitski nicht nur zerstreut und auseinander geworfen - er sammelt sie auch. Wie ein Echo in der Nacht entstehen Worte, Gestalten, Zeichen in seiner Kunst. Wie eine Art Schlussfolgerung, eine magische Rede eines Dichters, der neue Zonen des Kunstraumes entdeckt, seine Wege strukturiert und anlegt, indem er eine prophetische Kreuzung der irdischen Welt mit der Welt des Unsterblichen zu begreifen lernt.

(Überarbeitung der deutschen Übersetzung von Witalij Pazjukow)

 

Vor seinem Gemälde "Morgentoilette"


Valery Svetlitski mit seinem Freund Dr. Rüggeberg


Vor dem Bild "Einstmals morgens im Sptember"